Jage dem Frieden nach ...

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Suche den Frieden und jage ihm nach

Nur noch selten kommt die ganze Familie zusammen. Alle wohnen inzwischen weit verstreut. Wenn sie dann um einen Tisch sitzen, trifft vieles aufeinander. Die meisten aus der Runde haben den Wunsch, es möge doch alles friedlich und harmonisch zugehen und bitte kein Thema zur Sprache kommen, bei dem der Konflikt schon vorprogrammiert ist. Da reichen schon gewisse Stichworte … und immer wieder gibt es einen, der gerne ein Kämpfchen wagt, ... und auch eine, die schnell versucht, die Wogen zu glätten.

Der Friede ist ein zerbrechlicher Gast. In unseren Ehen, in unseren Familien, auf unserer Erde. Der Friede kommt nicht einfach so, er ist kein Zufallsprodukt, es braucht unser Dazutun, damit wir Frieden haben. Und der Friede ist keine Selbstverständlichkeit. Wie schwer ist es manchmal, ihn zu bewahren. Wie schnell kommt er abhanden. Suche den Frieden und jage ihm nach. Das ist der Leitstern fürs Jahr 2019 aus Psalm 34,15. Anders könnte man übersetzen: Setze dich unermüdlich und mit ganzer Kraft für den Frieden ein! Strebe ihn an, wenn er verloren gegangen ist, und setze alles daran, ihn zu bewahren, wenn er da ist. 

Frieden mit Gott

Jesus Christus kam, um uns göttlichen Frieden anzubieten. Bei der Ankündigung der Geburt von Jesus Christus hat der Engel uns Frieden verheissen. Und beim letzten Abendmahl sagte Jesus: Frieden lasse ich euch zurück, meinen Frieden gebe ich euch. Joh 14,27 Am nächsten Tag wurde er zum Tod verurteilt und wie ein Schwerverbrecher ans Kreuz genagelt. Diesen Tod ist er für mich und dich gestorben. Er hat damit für die Schuld bezahlt, die wir auf uns laden, wenn wir Entscheidungen treffen, die Unfrieden bringen, Unfrieden in unserer Seele und in unseren Beziehungen.

Es gefiel Gott, ... in Jesus Christus ... alle mit ihm zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes. Kol 1,20 Es gibt nur einen Weg zu echtem Frieden: Durch das Opfer von Jesus Christus am Kreuz. Mit alle ist hier gemeint: alle, die das wollen und sich dafür entscheiden, Gott um Vergebung und um seinen Geist des Friedens zu bitten.

Nach drei Tagen ist Jesus Christus auferstanden, und das erste, das er seinen Jüngern nach seiner Auferstehung sagte, war: Friede sei mit euch. Joh 20,19 Wer zum Auferstandenen kommt, der erlebt seinen Frieden. Bei Jesus herrscht immer Frieden, und bei ihm kann ich auch immer wieder Frieden finden, wenn er mir abhanden gekommen ist. Frieden hat einen Namen: Jesus Christus.

Frieden mit mir selbst

Der zweite Schritt zum Frieden ist der Frieden mit mir selber. Den finde ich, wenn ich eine göttliche Ordnung in mein Leben bringe. Frieden ist das Gegenteil von Unordnung. Chaos verunmöglicht Frieden. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens! heisst es im 1. Kor 14,33. Unordnung und Frieden schliessen sich aus. Wer nicht so lebt, wie es für Gott in Ordnung ist, der wird keinen beständigen innreren Frieden finden.

Um göttlichen Frieden zu erleben und zu festigen, muss ich Ordnung in meine Person bringen. Ein anderes Wort dafür ist Heiligung. Bei dieser inneren Ordnung geht es um die Frage, wer das Sagen hat. Im 1. Thess 5,23 lesen wir: Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bis zur Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus!

Der Geist wird zuerst genannt, dann die Seele und dann der Körper. Damit göttlicher Friede einkehren kann, muss der Geist die Führungsrolle haben. Unser Geist ist der Anknüpfungspunkt des Heiligen Geistes, er ist die Verbindung zu Gott. Der Heilige Geist des Friedens vereint sich mit unserem Geist und spricht zu uns durch unseren Geist. Wenn ich mein Herz für sein Reden öffne und danach handle, werde ich mit der Zeit einen beständigen Frieden in mir feststellen. Ein Friede, wie Jesus Christus ihn hatte.

Oft lasse ich mich aber von der Seele (meine Gefühle, mein Wille, meine Wünsche) leiten statt vom Geist: "Mein Leben muss sich gut anfühlen, meine Entscheidungen müssen mir Vorteile bringen, mein Wille soll erfüllt werden. Wenn das alles passt, dann bin ich zufrieden ..." - zumindest vorübergehend. Das Problem ist, wenn es anders kommt als gewünscht - und das ist immer wieder der Fall - dann erlebe ich Unfrieden. Dann bin ich enttäuscht, verärgert, beleidigt, unzufrieden.
Der Heilige Geist will uns helfen, die innere Ordnung herzurichten. Dem Frieden nachzujagen heisst also, Gott immer wieder darum zu bitten, dass er uns hilft, in die innere Ordnung zu kommen und uns von seinem Geist leiten zu lassen.  

Frieden mit anderen

Die dritte Friedensebene ist der Friede mit den Mitmenschen. Soweit es an uns liegt, sollen wir mit allen Menschen in Frieden leben. Überall erleben wir, wie zerbrechlich und flüchtig der Friede ist. Auch im 2019 wird es viele Situationen geben, in denen dir andere auf den Wecker gehen, in denen du Gefahr läufst, den Frieden zu verlieren: Jedes Mal, wenn dir im Verkehr jemand den Vortritt nimmt; wenn dein Vorgesetzter dir zu viel Arbeit aufhalst; wenn deine Frau oder dein Mann diesen Ton anschlägt, den du so schlecht verträgst; ... läufst du Gefahr, den Frieden zu verlieren. 

Auf der Jagd nach Frieden ist aber nicht so wichtig, was um mich herum passiert, sondern vielmehr, was in mir drin passiert und wie ich damit umgehe. Was macht eine Situation mit mir, wie reagiert mein Gefühl, wie reagieren meine Gedanken? Merke ich, dass ich gerade dabei bin, mir den Frieden rauben zu lassen? Gebe ich Gedanken und Gefühlen Raum, die Unfrieden stiften, in meiner Seele, in meinem Umfeld? Wut und Ärger, Neid und Eifersucht, Anklage und Vorwürfe, Unzufriedenheit über den andern?

Alle Situationen, in denen mir jemand den Frieden rauben will, das sind Momente, die ich nutzen kann, den Frieden zu trainieren. Zuerst gehört es zu meiner Aufgabe als Christ, für die Menschen in meinem Umfeld zu beten, dass Gott uns seinen Frieden schenkt und hilft, den Frieden zu bewahren. Und in Situationen, in denen ich merke, wie etwas in mir aufsteigt, das den Frieden gefährdet, gehe ich mit diesem Gefühl zu Jesus, bitte ihn um mehr Geduld und um Kraft, die Situation auszuhalten, bevor ich mir anders Luft verschaffe. 

Und wenn am Familientisch die Spannung trotz allem wieder einmal angespannt ist, und wir es merken, bevor jemand explodiert ... dann singen wir zusammen ein Lied oder lesen einen Psalm, um Gott zu loben. Er kann uns in jeder Situation auf den Weg des Friedens zurückführen und uns seinen Frieden schenken. So suchen wir im 2019 den Frieden und jagen ihm nach, denn ... der Friede, den Jesus Christus schenkt, soll euer ganzes Leben bestimmen. Gott hat euch dazu berufen, in Frieden miteinander zu leben. Kolosserbrief 3,15

Josef Birrer
Sargans, 31. Dezember 2018

Predigt zur Jahreslosung

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