Wer Durst hat ...

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Wer Durst hat, dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fliesst.
Offenbarung 21,6

Durst ist überlebenswichtig

Mein Sohn und ich waren unterwegs vom Jungfraujoch zum Konkordiaplatz. Nach intensiven Regenfällen in den Tagen zuvor strahlte die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Wir freuten uns auf die Tour aufs Finsteraarhorn. Beim Aufstieg zur Grünhornlücke passierte es. Ausgerechnet in einem Gebiet mit zugeschneiten Gletscherspalten krampfte die Muskulatur in meinen beiden Beinen. Ich war blockiert, es ging keinen Schritt weiter, weder vor noch zurück. Wie konnte ich in diese ungemütliche Situation geraten? Der angenehm kühle Wind auf dem Gletscher liess uns zügig vorankommen und weil wir unser Tagesziel, die Hütte, möglichst früh erreichen wollten und ich zudem keinen Durst verspürte, vergass ich das Trinken. Flüssiges hatten wir zwar dabei, nur eben im Rucksack und nicht intus, wo ich es gebraucht hätte.  

Durst ist nicht angenehm und nimmt er zu, wird er zum echten Leiden. Der Durst ist ein wichtiges Signal, das zeigt, was unser Körper braucht. Achten wir ganz besonders dann darauf, wenn es um den Durst unserer Seele geht!

Hast Du Durst ... Durst nach Leben? Oder spürst Du ihn gar nicht mehr, weil Du Deine Erwartungen heruntergeschraubt oder es Dir anderweitig schön eingerichtet hast, so dass Du auch ohne Jesus ganz angenehm lebst? Wer auf dieser Durststrecke nicht trinkt, weil er keinen Durst verspürt, wird nicht lange überleben. Sein Glaube wird sterben. Menschen ohne Durst mögen noch als gottesfürchtig oder rechtgläubig gelten, aber ihr Glaube ist bereits vertrocknet, tot. Leben ohne Durst ist lebensgefährlich!

Lösch deinen Durst bei Jesus, der Quelle des Lebens! 

Der Evangelist Johannes erzählt von einer Frau, die an schrecklichem Durst nach Liebe litt. Ihr Leben war eine einzige Durststrecke. Immer wieder versuchte sie den Durst in der Beziehung zu einem Mann zu löschen. Unterdessen war sie bei Nummer 6 angelangt und wieder erhoffte sie sich von der neuen Beziehung Liebe, nach der sie sich so sehnte. Statt den Durst zu stillen, wurde sie unersättlich und zur „femme fatale“. Immer geriet sie an die falsche Adresse – bis sie eines Tages am Dorfbrunnen auf Jesus traf. Er zeigte, dass sie an den falschen Quellen ihren Durst zu stillen suchte. Du musst zu Jesus, wenn Dein Durst gestillt werden soll. Er sagt: „… dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fliesst.“ (Offenbarung 21,6)

Wie die Frau am Jakobsbrunnen von der Sehnsucht nach Liebe förmlich aufgefressen wurde, werden auch unsere menschlichen Sehnsüchte zu seelischen Saugstellen, die alles Mögliche ansaugen, das oft kaum oder gar keine Stillung der Sehnsucht verspricht. Hier beginnt man z.B. gern einen über den Durst zu trinken, hier finden wir den Grund für alle möglichen Süchte. „Komm her zu mir! Hör, so wirst du leben!“ sagt Jesus zur Frau am Dorfbrunnen. Sie kam, sie hörte auf Jesus und begann zu leben. Auf diesem Weg findest auch Du Erfüllung, da hört Dein ewiges Suchen auf, da hört die Sucht auf. Nimm umsonst, es ist schon bezahlt! „Wer Durst hat, dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fliesst.“ (Offenbarung 21,6)

Ein „Umsonst“ ohne Haken

Aber ist da nicht ein Haken dabei, wenn man etwas umsonst bekommt? Entweder will jemand etwas Wertloses bei Dir entsorgen oder er dreht Dir einen Lockvogel an, der Dich am Ende teuer zu stehen kommt. Kaum ist Weihnachten vorbei, will man uns Schnäppchen andrehen. Wo der Preis eine Woche vorher noch Kopfzerbrechen machte, könnten wir plötzlich 50% bis sagenhafte 70% sparen. Und weil wir so sparsam sind, schlagen wir zu: „Wenn ich meinen guten Vorsatz umgesetzt habe, wird diese Jacke, prima passen. Vielleicht entspricht die Farbe nicht ganz meinem Geschmack, aber sie ist ja soooo günstig!“ Irgendwann dämmert’s, wenn ich den guten Vorsatz nicht umsetzen konnte und klar wird, dass mir die Farbe definitiv nicht steht. Dann war der Kauf umsonst, ich hab mein Geld „zum Fenster rausgeschmissen“.

Bei Jesus ist das anders. Was ER hier anbietet, ist weder Lockvogel noch Schnäppchen. Es ist gratis, weil Jesus selber bezahlt hat! Das Wasser des Lebens ist für uns unbezahlbar, darum hat er die Kosten übernommen: „Ihr wisst doch, dass ihr freigekauft worden seid von dem sinn- und ziellosen Leben, das schon eure Vorfahren geführt hatten, und ihr wisst, was der Preis für diesen Loskauf war: nicht etwas Vergängliches wie Silber oder Gold, sondern das kostbare Blut eines Opferlammes, an dem nicht der geringste Fehler war  – das Blut von Christus.“ (1. Petrusbrief 1,18-19). Das ist weder ein Schnäppchen noch ein Lockvogel, das ist teure, kostbare Gnade, ein Geschenk, das Jesus das Leben gekostet hat.

Das Lebenswasser, das ER umsonst gibt, ist umsonst, wenn wir unseren Schaden reparieren wollen. Es ist nie demütigend, Barmherzigkeit, Gnade anzunehmen, wenn Du nicht zahlen kannst. Wenn Du den Brunnen fürs Lebenswasser selber graben wolltest, würdest Du Dein Problem nur vergrössern. Hör auf zu reparieren, was irreparabel ist! – Geh zu Jesus und nimm umsonst, was er Dir aus der Quelle des Wasser des Lebens zu trinken anbietet! Er will Deinen Lebensdurst stillen und Dich sicher zum Gipfel führen: Das ewige Leben in seinem Reich der Fülle. Apropos Gipfel: Die Tour zum Finsteraarhorn wurde trotz dem Zwischenfall ein Erfolg und ein fantastisches Vater-Sohn-Erlebnis! Der Schaden wurde repariert, in diesem Fall durch das Trinken von natürlichem Wasser.

Worauf wartest Du? Geh zu Jesus, und bitte ihn, Dir von diesem Lebens-Wasser zu geben!

Gebet: „Lieber Jesus, Du kennst mich und weisst genau, wo ich überall versuche, meinen Durst zu stillen. Bitte vergib mir, dass ich bisher versucht habe, ohne Dich zu leben und mir immer wieder eigene Brunnen gegraben habe, die meinen Durst nicht wirklich löschen konnten. Hilf mir, zu Dir zu kommen und zu erleben, was es heisst, von dem Wasser zu trinken, das Du mir anbietest; Deine Liebe und Deinen Frieden, alles, was die Sehnsucht meiner Seele wahrhaftig stillen kann. Amen.

Paul Stricker

Grabs, 31. Dezember 2017

Predigt zur Jahreslosung

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